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Bauberichte
Wingnut Wings hat mit dieser Fokker eine tolle Reihe des Eindeckers herausgebracht und es wird auch nicht mein letztes Modell dieses Typs sein. Happy Modelling, Guido Veik Modell: Guido Veik Fotos: Othmar Hellinger

Eindecker - Oder die Kunst des Verspannens

Ein Beitrag von Guido Veik

Nachdem ich meine Albatros D.III von Roden in 1:32 fertig hatte, reizte mich nach Inaugenscheinnahme des Anfang 2013 von Wingnut Wings neu erschienenen Modells der Fokker E.II & E.III Early der sofortige Bau. Der bis oben hin gefüllte Karton ist mit tollen und gratfrei gefertig- ten Bauteilen gefüllt, die in mittelgrauem und transparentem Kunststoff auf sieben Spritzgussrahmen verteilt sind. Dazu gesellen sich eine Ätzteilplatine für die Sitzgurte und das MG und perfekt gedruckte Abziehbilder von Cartograf.
Der weitere Bau der Fokker ist problemlos. Als einzige “kleine Schwachstelle” ist der Lederwulst um die Cockpitöffnung anzusehen, der ein wenig Spachtel- masse benötigt. Nachdem alles fertig gestellt war, begann ich mit der Lackierung. Als Bayer kam nur eine der zwei bayerischen Versionen in Betracht. Mein Modell zeigt die Maschine von Kurt von Crailsheim, der die Fokker E.II 69/15 im Oktober 1915 bei der Feldfliegerabteilung 53 an der Westfront geflogen hat. Ich verwendete die angegebenen Tamiya-Farbtöne gemäß der Bauanleitung. Die Decals lassen sich hervorragend aufbringen und passen sich der Oberflächenkontur recht gut an.
Wingnut Wings - Fokker E.II Early  1:32
Vorab ist zu bemerken, dass aufgrund der sehr guten Passgenauigkeit die Bauteile auch ohne Kleber halten würden. Somit kann auf die perfekte Lackierung der Einzelteile, Baugruppen und des fertigen Modells wirklich die nötige Zeit verwendet werden. Die farbig gestaltete Bauanleitung befolgte ich, da sie sinnvoll in sieben Bauabschnitte aufgeteilt ist. Für den detailversessenen Modellbauer unter uns (oder mich) sind die Originalbilder in der Bauanleitung äußerst hilfreich.
Ich begann mit dem für heutige Begriffe sehr spartanischen Cockpit, das alle wesentlichen Teile wie Flugzeugführersitz, Tank, Hülsenauffangbehälter und einzelne Instrumente enthält. Im Innenraum wurde mit Anglerschnur der Stärke 0.14mm und Hülsentechnik verspannt. Bei dieser Hülsentechnik handelt es sich um einen Eigenbau, in dem auf die Nylonschnur eine Messinghülse mit dem doppelten Innendurchmesser der Verspannung aufgeschoben wird. Am Endpunkt wird der Spanndraht durch eine Bohrung oder eine selbstgefertigte Kupferöse geführt und wieder die Hülse zurück geschoben. Nun kann man, wenn dies auf beiden Seiten geschehen ist, den Spanndraht perfekt mit der nötigen Belastung spannen. Wenn alle Spanndrähte einer Baugruppe eingezogen sind, dann können die Drähte in den Hülsen verklebt werden, aber immer auf Spannung achten. Diese Arbeitsweise ermöglicht eine Korrektur der kompletten Verspannung inkl. Flügelausrichten.
Fokker Eindecker Modelle von WNW: Bei Wingnut Wings gibt es noch drei weitere Fokker E-Typen, die zum Preis von je $ 69,- in Neuseeland zu beziehen sind. Detaillierung und Passgenauigkeit wie die im Bericht beschriebene E.II.  www.wingnutwings.com
Fotos, Quelle: Wingnut Wings